KC Burn German Interview

June 18, 2015

Ich bedanke mich herzlich bei KC Burn, die sich bereit erklärt hat, an diesem Interview teilzunehmen und euch Lesern Frage und Antwort zu stehen. Auch ein großes Dankeschön an euch Leser, denn ohne euch wäre dieses wunderbare Interview nicht zustande gekommen.

Zuallererst: Verrate etwas über dich, das deine Leser überraschen würde.

Ich erhalte sehr oft Kommentare von Lesern, wie sehr sie die Familie O’Donnell mögen würden. Deshalb würde es wohl die meisten Leute überraschen, dass sich meine Eltern scheiden ließen, als ich ein Teenager war. Ich bin ein Einzelkind, und meine Mutter neigt zu emotionalen und verbalen Missbrauch.

Was hat dich dazu gebracht, M/M Romanzen zu schreiben? Wie lange schreibst du schon und wie lange hat es gebraucht, bis du von einem Verlag publiziert wurdest?

Mir war seit meinem 10. Lebensjahr bewusst, dass ich eine Autorin sein möchte. So gesehen war es ein langer Prozess! Ich habe mein erstes Buch 1999 fertiggeschrieben, und es war schrecklich. Aber ich hab weitergemacht. M/M Geschichten zu schreiben war eher ein Unfall. Ich hatte den Plot einer Geschichte im Kopf, realisierte aber, dass der Konflikt zwischen meinen Charakteren stärker wäre, wenn meine Protagonisten männlich sind. Deshalb hab ich das Buch so geschrieben und hatte Spaß dran. Und es war das erste Buch von mir, das veröffentlicht wurde – und zwar 2010.

Wurde dir jemals bei einem deiner Manuskripte nahegelegt, eine Änderung vorzunehmen, die dir überhaupt nicht zugesagt hat?

Ja, aber es waren nur geringfügige Änderungen, und meine Lektoren akzeptierten die Gründe, warum ich diese Änderungen nicht machen wollte. Zur Zeit arbeite ich an einem Buch, wo der Lektor um größere Änderungen bat. Zuerst hab ich nicht zugestimmt, aber schlussendlich doch entschieden, dass ich es ausprobieren werde. Ich denke, es wird ein starkes Buch, auch wenn es nicht komplett so sein wird, wie ich es mir vorgestellt habe.

Wie viel Einfluss hast du bei der Gestaltung deiner Buchcover?

Das hängt vom Verlag ab. Bei allen drei Verlagen fülle ich ein ellenlanges Formular aus, wo ich die Charaktere beschreibe, die Handlungsorte, den Hauptplot und signifikante Details. Aber wenn der Künstler mal etwas gestaltet hat? Nur einer der Verlage erlaubte es mir, um Änderungen bei dem Cover zu bitten.

Es gibt ziemlich viele weibliche Autorin und Leser in diesem Genre. Hast du eine Idee, warum dem so ist?

Laut den amerikanischen Autoren, die Romanzen schreiben (US-Daten, nehme ich an), sind über 80% ihrer Leser weiblich. Bei M/M ist die Zahl möglicherweise etwas niedriger, aber Fakt ist, dass Frauen die primären Leser dieses Genres sind, unerheblich bei welchem Pairing. Deshalb macht es Sinn, dass die meisten Autoren dieses Genres ebenfalls Frauen sind.

Hast du schon einmal an einer Schreibblockade gelitten? Wenn ja, was hast du getan, um diese zu überwinden?

Ich weiß nicht, ob ich jemals eine Schreibblockade hatte. Ich weiß vielleicht nicht woher ich einen speziellen Handlungsstrang nehmen soll, aber ich habe immer Ideen. Mein Problem entsteht eher, wenn ich mal vor dem Computer sitze. Manchmal habe ich dazu einfach keine Lust. Wenn das geschieht, schaue ich mir meist einen Film an oder spiele Gesellschaftspiele mit meinem Ehemann. Das hilft mir, meine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, damit ich mich wieder vollkommen erquickt an die Arbeit machen kann.

Ich hoffe, die Frage ist nicht zu privat, wenn ja, musst du natürlich nicht darauf antworten: Wie vereinst du deine Liebe zum Schreiben mit deinem Real Life (Familie, Freunden, dem Partner etc.), ohne dass einer dabei zu kurz kommt?

Hahaha! Ich vernachlässige meinen Ehemann! Aber er ist sehr unterstützend, und er editiert all meine Bücher. Er weiß, wie wichtig mir das Schreiben ist, und sagt oft: Solltest du nicht eigentlich schreiben? Meine Freunde und Familie wissen, worüber ich schreibe, und ich habe keine Kinder, das hilft. Mein Mann spielt außerdem viele Computerspiele, deshalb ist er oft ziemlich zufrieden, wenn ich schreibe, da er zu der Zeit zocken kann.

Schreibst du an mehreren Büchern gleichzeitig oder konzentrierst du dich lieber nur auf eines?

Ich habe einen Vollzeitjob, deshalb fällt es mir leichter nur an einem Buch zu schreiben. Würde ich Vollzeit als Autorin arbeiten, würde ich wohl versuchen an zwei oder mehreren gleichzeitig zu schreiben.

Hast du einen bestimmten Schreiballtag und wie lange schreibst du durchschnittlich an einer Geschichte?

Das letzte Jahr war schwierig für mich, weshalb mein Zeitplan ein totales Durcheinander war. Nun ja, normalerweise versuche ich immer am späten Nachmittag oder am Abend zu schreiben, nachdem ich von meinem eigentlichen Job nach Hause komme. Ich habe Rückenprobleme, weshalb ich normalerweise 45-60 Minuten durchgehend schreibe, dann eine Pause mache um das Abendessen oder den Abwasch zu machen oder mit meinem Mann Zeit zu verbringen. Ich brauche ca. 3 Stunden für 1000 Wörter (schreiben, es selbst noch mal überarbeiten, Szene ausfeilen). Das heißt, für eine Geschichte mit 60 000 Wörtern brauche ich ca. 180 Stunden, ehe ich sie meinem Lektor zukommen lasse.

Was für eine Szene war die am schwersten zu schreibende?  

In meiner zweiten Sci-Fi Geschichte „Alien ‚n‘ Outlaw“ war einer der Hauptcharaktere ein Alien. Die erste Szene seiner Erzählperspektive war vermutlich die schwerste zu schreibende Szene, weil ich es schaffen musste, ihn glaubhaft nichtmenschlich aber trotzdem für Leser greifbar zu machen, die eben alles Menschen sind!

Wenn du mit einem Protagonisten irgendeines Buches einen trinken gehen könntest, für welchen würdest du dich entscheiden und warum?

Amelia Peabody von Elizabeth Peters. Amelia Peabody ist eine weibliche Ägyptologin im späten 1800, die zu einer Amateur-Detektivin wird, da es in ihrer Umgebung zu mehreren Morden kommt. Ich habe das alte Ägypten schon immer geliebt, und ich liebe auch Kriminalromane. Und ich mag es sehr, dass sie so ein starker weiblicher Charakter ist, der gegen die Stereotype dieser Zeit ankämpft. Und sie entdeckt einen Haufen vergrabener Schätze.

Gibt es einen Protagonisten, der dir charakterlich ziemlich ähnlich ist?

Eigentlich gibt es in jedem meiner Charaktere ein wenig von mir. Aber ich denke nicht, dass mir einer von ihnen wirklich ähnlich ist. Ich bin eher langweilig – und niemand will darüber ein Buch lesen!

Gehörst du auch zu den Autoren, die von der Muse ständig Arschtritte bekommen, vor allem, wenn sie etwas will, das dir aktuell so gar nicht in den Zeitplan passt?

Meine Charaktere schlagen oft Wege ein, mit denen ich manchmal niemals gerechnet hätte. Aber ich plane auch nicht wirklich viel, ehe ich mit dem Schreiben beginne, so kann ich mich gut treiben lassen. Falls währenddessen eine Idee für eine völlig andere Geschichte aufkommt, mache ich eine Pause und schreibe die Idee nieder, sodass ich dann meist wieder zum eigentlichen Projekt zurückkommen kann.

Hast du schon einmal abfällige / beleidigende Bemerkungen zu deinen Büchern erhalten? Wenn ja, wie hast du darauf reagiert?

Ich wurde nie beleidigt, nein, aber ich bekam schlechte Reviews, wie es jeder Autor tut. Bei den ersten paar habe ich geweint, und mein Mann kaufte mir Eiscreme. Hätte ich jetzt jedes Mal, wenn ich ein schlechtes Review bekam, Eiscreme gegessen, würde ich wohl nicht mehr durch die Tür passen. Mittlerweile kann ich besser damit umgehen, sie tun natürlich etwas weh, aber beeinflussen mein Schreiben nicht.

Letzte Woche veröffentliche DSP die deutsche Übersetzung von deinem Buch Küss mich, Bulle (Cop Out). Was inspirierte dich zu dieser Geschichte?

Ich bin mir nicht sicher. Ich habe an einem meiner Sci-Fi Bücher gearbeitet, und plötzlich hatte ich eine Szene in meinem Kopf, wo ein Cop zum Haus seines toten Partners geht, um die Angehörigen zu benachrichtigen. Dort findet er heraus, dass der Partner einen Ehemann und keine Ehefrau hatte. Offensichtlich änderte sich die Szene als ich mit dem Buch begann, aber sie war sehr kraftvoll und die Charaktere beharrten hartnäckig darauf, dass ich ihre Geschichte erzähle.

Wird es noch weitere Bücher der Serie Toronto Tales geben?

Es gibt derzeit drei Bücher. Ich habe immer beabsichtigt ein weiteres Buch dieser Serie zu schreiben, und ich ziehe ein Spin-off ebenfalls in Erwägung.

Wer war der am schwierigsten zu schreibende Charakter der Toronto Tales Serie?

Definitiv Kurts Mutter. Meine Mutter war eine gefühlskalte Frau, die sehr ausfallend werden konnte und mich nicht im Geringsten unterstützte. Daher fiel es mir sehr schwer, eine sympathische, liebende Mutterfigur zu schreiben.

Zu guter Letzt. Woran arbeitest du zur Zeit?

Pornostars! Oder eher, ein Ex-Pornostar trifft einen Handwerker. Klingt wie ein schlechter Porno Plot, nicht wahr? Aber ich bin beinahe fertig damit, und ich denke, es ist eine gute Story. Danach werde ich an einem Sequel von einem meiner Bücher arbeiten – aber ich hab noch nicht entschieden, welches es sein wird!

Vielen Dank für die Fragen – ich liebe es über mein Schreiben zu reden, und ich hoffe, ihr hattet Spaß dabei mich ein wenig näher kennenzulernen.

 

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